Wärmepumpe: Verbrauchswerte Oktober 2026
Der Oktober ist rum und damit auch der erste Monat, in dem die Wärmepumpe wieder richtig arbeiten musste. Zeit für einen Blick auf die Zahlen: Wie effizient lief unsere Buderus Logatherm WLW186i-10 AR TP70 (W) und was hat uns die Wärme am Ende tatsächlich gekostet?
Das Setup
Kurz zur Einordnung, damit die Zahlen auch vergleichbar sind:
- Wärmepumpe: Buderus Logatherm WLW186i-10 AR TP70 (W), 10 kW
- Gebäude: Einfamilienhaus, 155 m², Baujahr 1949 – 1978, teilsaniert, Normheizlast etwa 8 kW, real weniger
- Wärmeverteilung: Heizkörper (keine Fußbodenheizung)
- Wetter im Oktober: Ø 9,9 °C Außentemperatur, Ø 83 % Luftfeuchte
Also kein Neubau mit Fußbodenheizung, sondern ein ziemlich typischer Altbau, wie er in Deutschland zu Hunderttausenden rumsteht. Die 10 kW sind grundsätzlich etwas überdimensioniert, allerdings ist es bei uns durch die Nähe zur Donau oft sehr neblig und feucht. An den wirklich fiesen Abtautagen (Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt) ist der größere Verdampfer viel Wert.
Die Arbeitszahlen
| Wärme | Strom | Arbeitszahl | |
|---|---|---|---|
| Heizen | 1.210 kWh | 246 kWh | 4,92 |
| Warmwasser | 86 kWh | 21 kWh | 4,10 |
| Gesamt | 1.296 kWh | 267 kWh | 4,85 |
Eine AZ von knapp 4,9 beim Heizen – und das mit Heizkörpern in einem teilsanierten Haus. Klar, bei knapp 10 °C Außentemperatur hat die Wärmepumpe noch leichtes Spiel, im Januar wird das anders aussehen. Aber es zeigt ganz gut, dass „Wärmepumpe im Altbau geht nicht” so pauschal einfach nicht stimmt.
Die Warmwasserbereitung fällt mit 4,10 erwartungsgemäß etwas ab, weil hier höhere Temperaturen gefahren werden müssen.
Wer die Werte unserer Anlage im Detail (und im Verlauf) verfolgen möchte: Ich tracke die Verbrauchswerte auf lwwp.me, einem kleinen eigenen Projekt von mir.
Was kostet uns der Strom eigentlich wirklich?
Spannender als die reine Arbeitszahl finde ich die Frage, was die Wärme am Ende tatsächlich kostet. Mit PV-Anlage auf dem Dach ist das gar nicht so einfach zu beantworten, denn PV-Strom ist nicht „gratis”: Jede kWh, die wir selbst verbrauchen, speisen wir nicht ein – und bekommen dafür eben auch keine Einspeisevergütung.
Im Oktober sah unser Gesamtverbrauch (Wärmepumpe, E-Auto und Haushalt) so aus:
| Menge | Preis | Kosten | |
|---|---|---|---|
| PV-Eigenverbrauch | 311 kWh | 0,08 €/kWh (entgangene Einspeisevergütung) | 24,88 € |
| Netzbezug | 173 kWh | 0,188 €/kWh | 32,52 € |
| Gesamt | 484 kWh | 57,40 € |
Daraus ergibt sich ein tatsächlicher Strompreis von rund 11,9 ct/kWh – also deutlich weniger als die 18,8 ct, die wir fürs Netz zahlen.
Die tatsächlichen Kosten
Rechnet man mit diesem Mischpreis, verteilen sich die Kosten im Oktober so:
| Strom | Kosten | |
|---|---|---|
| Wärmepumpe (Heizen + Warmwasser) | 267 kWh | 31,67 € |
| Haushalt + E-Auto | 217 kWh | 25,74 € |
| Gesamt | 484 kWh | 57,40 € |
Für 1.296 kWh Wärme haben wir also gut 31 € bezahlt. Das sind rund 2,4 ct pro kWh Wärme. Hätten wir den kompletten Strom für die Wärmepumpe aus dem Netz bezogen, wären es gut 50 € gewesen – die PV-Anlage hat im Oktober also noch einmal ca. 18,50 € gespart.
Kleine Einschränkung: Ich habe den PV-Anteil hier gleichmäßig auf alle Verbraucher verteilt. In der Praxis dürfte die Wärmepumpe dank PV-Überschusssteuerung eher etwas mehr vom Dach abbekommen haben – geheizt wird aber eben auch nachts und an trüben Tagen. Für eine grobe Einordnung passt die Rechnung trotzdem.
Fazit
Für den Start in die Heizsaison bin ich mit den Werten sehr zufrieden. Eine Arbeitszahl von fast 5 beim Heizen und Wärmekosten von unter 2,5 ct/kWh können sich sehen lassen – gerade für ein Haus aus den 60ern/70ern mit Heizkörpern. Spannend wird es in den nächsten Monaten, wenn die Temperaturen sinken und vom Dach immer weniger kommt. Ich werde berichten.